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FAQ rund um den Abschleppdienst

  • Wer zahlt den Abschleppdienst?

Lassen Sie als Privatperson ein fremdes Auto abschleppen, das möglicherweise widerrechtlich auf Ihrem Grundstück steht, müssen Sie zunächst für die Abschleppkosten aufkommen. Diese können Sie jedoch vom betreffenden Falschparker einfordern, da dieser für die entstandenen Kosten verantwortlich ist. Bei einem Autounfall, bei dem ein oder mehrere Fahrzeuge abgeschleppt werden müssen, kommt hingegen die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers für die entstandenen Kosten auf.

 

  • Was kostet eine Leerfahrt des Abschleppdienstes?

Die Kosten für eine Leerfahrt des Abschleppdienstes sind je nach Stadt und Bundesland unterschiedlich. Generell wird davon ausgegangen, dass Sie als Verursacher dieser Fahrt die entstandenen Kosten tragen müssen, selbst wenn im Endeffekt kein Pkw abgeschleppt wird. Diese Kosten werden mit etwa 50 bis 60 Prozent der kompletten Abschleppgebühr berechnet, die sich im Durchschnitt etwa auf 60 bis 130 Euro belaufen kann.

 

  • Gibt es bei Abschleppdiensten einen Nachtzuschlag oder entstehen weitere Kosten?

In den meisten Fällen müssen Sie einen Nachtzuschlag zahlen, wenn sie nach 20.00 Uhr abgeschleppt werden. Generell hängt dies von der Gebührensatzung des entsprechenden Abschleppunternehmens ab. Die meisten Unternehmen erheben zwischen 16.30 Uhr und 20.00 Uhr eine Mehraufwandsentschädigung von 25 Prozent und nachts sogar einen Aufschlag von bis zu 50 Prozent der ursprünglichen Abschleppgebühren. Manche Unternehmen arbeiten auch mit einer pauschalen Zusatzzahlung bei Nachtfahrten, die im Durchschnitt etwa 40 Euro beträgt.

 

  • Wann darf man den Abschleppdienst rufen?

Als Grundstücksbesitzer, auf dessen privatem Grund ein Fahrzeug ohne Ihre Erlaubnis abgestellt wurde, dürfen Sie sofort einen Abschleppdienst anfordern und das betreffende Fahrzeug entfernen lassen (Urteil des Bundesgerichtshofes – V ZR 144/08 von 2009). Befindet sich das Fahrzeug nicht auf Ihrem Privatgelände, dürfen Sie keinen Abschleppdienst mit dem Abtransport beauftragen, sondern müssen sich an die zuständige Straßenmeisterei oder direkt an die Polizei wenden. Diese werden dann weitere Schritte veranlassen.

 

  • In welchen Fällen wird abgeschleppt?

Ihr Fahrzeug darf direkt abgeschleppt werden, wenn es dort, wo es steht, andere Personen oder Objekte behindert oder gefährdet. Dies ist etwa auf einer Feuerwehrzufahrt oder im absoluten Halteverbot der Fall. Auch darf Ihr Wagen abtransportiert werden, wenn Sie auf einem Parkplatz die zulässige Parkzeit um mehr als 30 Minuten überschritten haben. Das gilt auch bei einem befristeten Halteverbot: Etwa dann, wenn Ihr Wagen sich in einem Bereich befindet, der für einen amtlich angemeldeten Umzug freigehalten werden soll.

 

  • Darf der Abschleppdienst Ihr Auto öffnen?

Hat ein Abschleppdienst das Recht Ihr Fahrzeug abzutransportieren, darf er dieses zur Durchführung des Vorgangs auch öffnen, wenn es notwendig ist. Dies ist zum Beispiel zulässig, um die Handbremse zu lösen. Dies gilt allerdings nur, wenn dabei sichergestellt wird, dass keinerlei Beschädigungen am Wagen verursacht werden. Ist der Abtransport allerdings ohne ein Öffnen möglich und ohne größeren Mehraufwand vertretbar, ist eine Öffnung Ihres Autos rechtlich umstritten und im Grunde unzulässig.

 

  • Wohin bringt der Abschleppdienst Ihr Fahrzeug?

Wurde Ihr Fahrzeug im Auftrag der Polizei oder öffentlicher Behörden abgeschleppt, können Sie es in den meisten Fällen bei der zentralen Fahrzeugverwahrstelle wieder abholen. In manchen Fällen allerdings auch schon auf dem nächsten, öffentlichen Parkplatz. Bei einem Abtransport im Auftrag eines privaten Grundstücksbesitzers verbleibt Ihr Wagen oft auf dem Gelände des Abschleppdienstes. Den genauen Verwahrungsort oder den zuständigen Abschleppdienst erfahren Sie auf direkte Nachfrage bei der Polizei.

 

  • Was muss bei einem auf der Autobahn gerufenen Abschleppdienst beachtet werden?

Grundsätzlich darf Ihr liegen gebliebenes oder beschädigtes Fahrzeug auf der Autobahn nur bis zur nächstmöglichen Ausfahrt abgeschleppt werden. Ein weitergehendes Schleppen als Transport ist nicht zulässig. Der weitere Transport über die Autobahn ist nur dann erlaubt, wenn Ihr Wagen auf einen Anhänger des Abschleppdienstes geladen wird und Ihre Reifen nicht mehr den Boden berühren. Des Weiteren ist lediglich der Transport bis zur nächstgelegenen Werkstatt zulässig.

 

  • Welche Abschleppdienste sind für Motorräder, Wohnwagen, Busse oder Roller zuständig?

Bei Krafträdern im Allgemeinen ist das Abschleppen mit einer Schleppstange oder einem Seil nicht zulässig (StVO § 15a). Als Krafträder zählen:

  • Motorräder
  • Roller
  • Fahrräder mit Hilfsmotor

Diese Fahrzeuge müssen zum Abtransport in oder auf einem Bergungsfahrzeug befestigt werden. Das gilt im gleichen Rahmen für Wohnanhänger, die meist ebenfalls nur über zwei Räder verfügen. Für den Abtransport schwerer Fahrzeuge wie etwa Bussen werden je nach Größe und Gewicht spezielle Schwerlastenschlepper benötigt. Diese zeichnen sich durch eine erhöhte Hubkraft, Befestigungsverstärkungen und besonders geschulte Fahrer aus.

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